ZwischenRäume
Texte, Fragmente und Gedichte an Übergängen

könnte ich doch
das heute
verändern
indem ich das gestern
anders
erzählte.
ahornblätter
strecken ihre bunten finger
in den graugewölkten
herbsthimmel.
der tod
schamlos
zeigt
wie lächerlich
wir doch sind
in unseren hüllen
unserem aufgeplusterten
wortgewand
gewoben
aus
wissen
tun
wichtigtuerei
wolken
spiegeln sich
in tränen.
im tulpenzwiebelbraun
ein wenig
glücksgrün.
träume
an luftballons gebunden
kleine punkte
rot
im himmelsblau.
auf der parkbank
sitzen
und traurigkeitstauben
füttern.
vögel
singen
ohne erlaubnis.
steine
im fluss
ruhen
zwischen
nicht mehr
und
noch nicht.
das halbleer
und das halbvoll
kippen
und annehmen
was ist.
die freude
auf dem drahtseil
des lebens
tanzen lassen.
auf dem friedhof
mehr träume
als tote.
knospen
fragen nicht
ob es schneit.
stille
klatscht
auf den lärm
der welt.
worte
an trennscheiben
geklebt.
müde fäuste
öffnen
leben
bitte
leg
freiheit
hinein.
die arve
steht krumm
am berg
windgebeugt.
ich stehe
machtlos
meine worte
in den händen.
leben
eine kugel
im lauf
der zeit
freiwerdung
im freien fall
der ohnmacht
das fliegen
entdecken
den
alltagsmief
ins taschentuch
rotzen.
in
beziehungsverwaister
gesellschaft
campari
nippen.
beim smalltalk
grosse reden
schwingen.
sich
die traurigkeit
von den fingern lecken.
